Handschriftliche Design-Skizzen des Branded and United Logos in verschiedenen Entwicklungsphasen auf kariertem Papier als Zeichen des iterativen Konstruktionsprozesses.

Vom Raster zum Talisman: Die Entstehung der Branded and United Identität.

Es begann mit einer einfachen Beobachtung im Spiegel. Ich suchte nach mir selbst – und nach meinen Wurzeln. Als der Metal mit 14 Jahren untrennbar mit meiner DNA verschmolz, erschien alles einfach und logisch: Ein Leben ohne Kompromisse, die Normen hinterfragend, das Spießbürgerliche belächelnd.

Heute prägen Hemd, Sakko und ein Business-Style meinen Alltag. Auch wenn ich diesen auf das geschäftlich Notwendigste reduziere, fühlt es sich an wie ein Kontrast zu meinem früheren Ich. Ich fühlte mich in einer Arbeitswelt, die von Konformität geprägt ist, zunehmend verloren. Aber ein Zurück gab es nicht – nicht nur mein Umfeld hatte sich verändert, sondern auch ich.

Vom Metalhead zur facettenreichen Persönlichkeit

Es fühlt sich an, als wäre es erst gestern gewesen, als meine Kutte und die ausgewaschenen Jeans meine täglichen Begleiter waren. Heute bin ich selbstständiger Architekt, Ehemann und Vater. Mein Metal-Lifestyle ist nie verschwunden, aber er hat sich gewandelt. Er ist Teil meiner Identität geblieben, ohne dass ich ihn wie früher laut nach außen tragen muss.

Ich brauchte dennoch etwas an mir, das meine innere Identität widerspiegelt, ohne die gesellschaftlichen Normen gänzlich zu brechen. Schließlich ist angemessene Kleidung auch ein Zeichen von Respekt, den ich meinem Gegenüber entgegenbringe. Reine Rebellion ist in der Geschäftswelt oft unangebracht – zudem möchte ich bei meinen Projekten nicht durch unnötige Selbstdarstellung vom Wesentlichen ablenken.

Die Suche nach dem „kleinen Etwas“

Ich suchte nach einem Symbol, das mich daran erinnert, woher ich komme und wofür ich stehe: Die Norm hinterfragen, neue Wege gehen und sich selbst treu bleiben, auch in schwierigem Umfeld.

Die Suche war schwierig: Viele Symbole sind politisch besetzt oder werden missverstanden. Zudem gefiel mir das klassische „Metal-Hand-Symbol“ als Anstecker nicht – es zeigt optisch weg vom Betrachter. Ich suchte etwas, das einem „entgegengerichtet“ ist, das direkt anspricht und so reduziert wirkt wie ein seriöses Firmenlogo.

Struktur auf Karopapier

Wie schon zu Schulzeiten fing ich an, auf Karopapier zu zeichnen. Mein Ziel: Ein Symbol, das durch das einfache Nachzeichnen von Linien und das Verbinden von Punkten reproduzierbar ist. Die ersten Prototypen wirkten noch zu abstrakt und teilweise etwas plump, doch die Gesamtoptik begann für mich zu funktionieren.

Der Prozess war ein iteratives Projekt der Abwägung:

  • Präzision gegen Reduktion: Ich legte anatomisch korrekte Schädel unter meine Zeichnungen, um die Proportionen zu variieren. Zu viele Details zerstörten den Logocharakter, zu wenige ließen den Schädel maskenhaft wirken.
  • Die Kieferpartie: Ein wichtiger Zwischenschritt war die Entscheidung, die Kieferpartie optisch abzutrennen, um die Maskenhaftigkeit zu brechen.
  • Der Alltagstest: Die ersten Prototypen zeigten mir, dass das Massenverhältnis zwischen der flächigen Hand und dem strukturierten Schädel noch nicht stimmte. Ich beschloss, das Raster in Teilbereichen aufzulösen, um die Balance zu finden.

Analoge Haptik trifft CAD

Das Logo wurde immer wieder ins CAD übertragen und dort für die Druckvorlagen verfeinert, aber der Feinschliff blieb immer beim Kugelschreiber auf kariertem Papier. Wann immer ich mit einer Skizze zufrieden war, zeichnete ich sie auf einem separaten Blatt neu auf, um sie akribisch – Kästchen für Kästchen – in das CAD-Programm zu übertragen.

Das Logo als Talisman

Parallel zum Design habe ich mich intensiv mit der Herkunft der Metal-Geste auseinandergesetzt – von der Geschichte um Ronnie James Dio bis hin zum alten Volksglauben als Schutzzeichen.

So ist das BnU-Logo für mich heute mehr als ein Erkennungssymbol für Gleichgesinnte. Es ist meine Identität, verpackt in strenge, seriöse, geometrische Grundformen. Es funktioniert wie ein Talisman. Wenn man auf das Logo blickt, ist es einem entgegengerichtet – die Geste führt durch das Auge direkt nach vorne. Ich bin heute Ehemann, Vater, Unternehmer und vieles mehr; das Logo hilft mir bei diesen vielen Facetten, mich nicht selbst zu verlieren. 🤘

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